Katja Ruiters

Privatadresse

Bockemsweg 16

53804 Much

Über mich

Mein Name ist Katja Ruiters; ich bin 56 Jahre alt und habe zwei erwachsene Söhne. Aufgewachsen bin ich Köln, dort habe ich auch Abitur gemacht und studiert. Als ich meinen ersten Sohn erwartete, habe ich festgestellt, dass wir in Köln eher eine Wohnung mit Hund als mit Kind vermietet bekommen hätten. Das alles war vor 35 Jahren und ich lebe seither in Much. Und ja, am Anfang habe ich sehr Köln nachgetrauert.  Much war die beste Entscheidung, um meine Kinder in ländlicher Umgebung mit gutem sozialem Umfeld aufwachsen zu sehen. Und Much ist seither unser Zuhause. Auch wenn es böse Stimmen gibt, die behaupten, einen echte „Mücherin“ wird Frau erst ab mindestens 40 Jahren in Much.

Mein Beruf ist zugleich auch Berufung. Ich arbeitete bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Kreisverband Bonn/ Rhein-Sieg. Hier bin ich die Betriebsleiterin des Bereiches Eingliederungshilfe und Arbeit. Eingliederungshilfe, das sind die Hilfen für behinderte Menschen. Wir haben in Siegburg und Bonn stationäre und ambulante Einrichtungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Menschen mit geistigen Handicaps. Auch haben wir verschiedenste Arbeitsangebote für diese Klientel. Diesen Bereich zu leiten, bedeutet für mich viel Verantwortung, aber eben auch die Möglichkeit viel zu bewirken.

Ich bin seit nunmehr fast 20 Jahren Mucher Ratsfrau, und bin – wie kann es anders sein – auch die Vorsitzende des Ausschusses für Jugend-Familie und Soziales. Im Kreis bin ich sachkündige Bürgerin (SKB) im Ausschuss für Inklusion und Gesundheit. Diese Arbeit möchte ich auch als Kreistagsabgeordnete weiterführen. Aber eben nicht nur in einem Ausschuss.

Meine berufliche Erfahrung qualifiziert mich natürlich in besonderer Weise, die Belange von Menschen mit Behinderung zu vertreten. Da ich aber Sozialmanagerin bin, bin ich ebenso qualifiziert, Bilanzen aufzustellen, Haushalte zu beraten und Wirtschaftspläne zu erstellen.

 

Meine Ziele für Much

Meine Ziele für Much leiten sich von den drei Hauptthemen meines politischen Arbeitens ab:

    • Sozialpolitik / Inklusion
    • Parität
    • Kein Millimeter nach rechts

Es kann doch nicht sein, dass ich, wenn ich in einem Rollstuhl sitze, einen Rollator benötige oder mit einem Kinderwagen unterwegs bin, nicht in jedes Geschäft in Much komme. In Much kann ich leider nicht mal zur Post. Das ist mehr oder weniger in vielen Gemeinden und Städten unseres Rhein-Sieg-Kreises so oder so ähnlich. Wir schaffen es, zum Mond zu fliegen, schaffen es aber nicht, Barrieren abzubauen. Das Thema ist Inklusion, ein Menschenrecht und das gilt ebenso für Schulen, KiTas und auch für Spielplätze. Unten sehen Sie ein Foto des Spielplatzes an der Talstrasse in Much, der gerade auf meine Initiative hin barrierearm umgestaltet wird.

Zur Sozialpolitik gehört aber selbstverständlich auch das Eintreten für bezahlbaren Wohnraum. Wir benötigen im Kreis mindestens 30 % geförderten Wohnraum. Das gilt auch für Much! Ja, es ist wunderbar, wenn in den Neubaugebieten schöne Einfamilienhäuser für die jungen Familien entstehen. Aber wo sind die schönen Wohnungen für Menschen mit niedrigeren Einkommen? Die Wohnungsbaupolitik des Kreises muss deutliche Zielvorgaben beinhalten. Wenn wir es schaffen, mehr Wohnungsbau in öffentlicher Hand zu haben, gelingt es uns, unabhängig von Marktmechanismen wieder für alle Menschen zu bauen. Und es gibt noch einen wesentlichen Aspekt, den wir nicht aus den Augen verlieren dürfen: Menschen mit Behinderungen verfügen leider oft nicht über ein gutes Einkommen. Wenn diese Menschen sich verselbstständigen wollen, wenn sie aus ihren Elternhaus ausziehen wollen, haben sie meist schlechte Karten, eine Wohnung zu finden. Noch dramatischer ist es für die Behinderten, die in Heimen untergebracht sind. Wenn sie stabil und selbstständig genug sind, um in der eigenen Wohnung leben zu können, scheitert dies daran, dass ihre Betreueri*nnen keine Wohnung für sie finden. Das heißt, Menschen müssen länger in Heimen leben, blockieren somit für andere Betroffene den Heimplatz und verursachen hohe Kosten für die Heimunterbringung, die völlig unnötig sind.

Wir Frauen sind die Hälfte der Menschheit, ob in Much oder im Kreis, ergo gehört uns auch die Hälfte der Macht. Immer noch leisten Frauen einen deutlich höheren Anteil an der Care-Arbeit, bei der Erziehung und im Haushalt; wir haben gerade in der Corona-Krise miteinander erlebt, wie das Home Office für Mütter aussieht. Immer noch verdienen Frauen bei gleicher Qualifikation für ihre Arbeit 20 % weniger als ihre männlichen Kollegen. Als Kreisvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen höre ich immer wieder, dass Frauenpolitik überholt sei. Was ein Unsinn, solange wir noch keinen Equal Pay“ haben, solange im Mucher Rat wie im Kreistag noch nicht 50 % Frauen sind und solange wir noch immer einen verheerende Anzahl an Gewaltdelikten gegen Frauen haben – solange müssen wir Frauen organisiert gegen diese Missstände eintreten. Für den Kreis bedeutet dies, die bestehenden Plätze des kreiseigenen Frauenhauses müssen deutlich erweitert werden. Keine Frau in Not darf auf einen Platz im Frauenhaus warten müssen.

Wenn ich sage, keinen Millimeter nach rechts, dann meine ich Folgendes: Much ist eine offene und bunte Gemeinde und soll es auch bleiben. In Much, aber eben auch in anderen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises beginnen Populisten unsere Gesellschaft zu spalten. Ihnen stelle ich mich entschieden entgegen. Der Anschlag in Hanau hat uns alle getroffen, die wir für Menschlichkeit und Demokratie in Deutschland einstehen. Wo beginnt die rechte Hetze:

    • Sie beginnt da, wo Menschen und Gruppen abgewertet werden.
    • Sie beginnt damit ,dass diskriminiert wird.
    • Sie beginnt mit der Suche nach Sündenböcken (Muslime, Juden und Christen, wir alle waren mal in der gleichen Situation).
    • Sie beginnt da, wo die AFD diffamiert, um selbst daraus politisches Kapital zu schlagen.
    • Sie beginnt damit, dass man den Schwachen vormacht, es könne eine Lösung für sie sein, wenn sie auf noch Schwächere eintreten.

Ich will soziale Teilhabe für alle Menschen, unabhängig von Alter, Herkunft, Einkommen, Behinderung, sexueller Identität  oder Religion. Nur so bleibt unser Rhein-Sieg-Kreis ein Zuhause für alle Menschen.

 

Mein Lieblingsort im Rhein-Sieg-Kreis

Mein Lieblingsort im Rhein-Sieg-Kreis ist natürlich Much. Konkret in Much ist es der „Picture Point“ nähe Fit Hotel, eine wunderbare Bank mit sehr schöner Aussicht.

Hier bin ich zu Hause, hier lebt meine Familie, hier engagiere ich mich. Schön wäre, wenn unsere Much nicht abgehängt wird und wir zumindest technisch aus der Internet-Kurbel-Zone kommen. Schön wäre auch, wenn nicht nur der ÖPNV das 1-Euro-Ticket beinhalten würde, sondern wenn er auch in einer Taktung unterwegs wäre, die jedem Mucher das Busfahren viel leichter machen würde als das Auto zu benutzen. Auch hierfür werde ich mich im Kreistag einsetzen!